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Kinder haben ihre eigenen Vorstellungen vom Erkunden der Natur. Ein schönes Panorama oder imposante Gipfel sind für Kinder kein Grund, stundenlang zu marschieren.
Wandern mit KindWenn Eltern sich aber auf die Bedürfnisse der Kleinen einstellen, steht den gemeinsamen unvergesslichen Stunden in der Natur nichts mehr im Wege.
Es gibt einfache Tricks, mit denen man Kinder für eine Wanderung begeistern kann.


Vor der Wandertour: Die richtige Planung

Das Wichtigste ist eine gute Organisation der Wandertour, deren Länge und Dauer dem Alter des Kindes angepasst sein sollte. Rechnen Sie daher immer mit der doppelten oder dreifachen Wanderzeit, wenn Kinder dabei sind. Besonders motivierend ist für Kinder ein attraktives Ziel oder eine Belohnung. Dies kann allerhand sein: ein See zum Baden, ein Wildpark, eine Waldgaststätte mit Spielplatz, eine Höhle, eine Burgruine, ein Eis usw. Am besten, Sie kennen die Strecke, damit man sich garatiert nicht verläuft und das ersehnte Ziel auch tatsächlich erreicht.
Bei der Auswahl der Wanderung sollte beachtet werden, dass die Wege zum einen nicht zu lang sind, und zum anderen auch nicht zu steil ansteigen. Außerdem sind schmale und abwechslungsreiche Pfade spannender als breite Forstwege. Im Sommer  ist es von Vorteil, wenn der Weg größtenteils im Schatten verläuft, da die Wanderlust der Kinder erfahrungsgemäß in der prallen Sonne schnell abnimmt.  


Je kürzer die Beine, desto kürzer die Wanderung

Passen Sie die Wanderung dem Alter des Kindes an. Jede Wanderung sollte sich beim Tempo und den Pausen an den schwächsten Teilnehmern orientieren. Dabei sollte man auch bedenken, dass Kinder oft durch Hin- und Herlaufen den doppelten Weg zurücklegen.
Wandern mit KindDas Eineinhalbfache des Lebensalters ist das max. Tagespensum (z.B. höchstens 15 km für 10-jährige).
Mit Kindern wandern ohne Kinderwagen kann man, sobald sie von alleine sitzen können. Am besten eignet sich für den Transport der Kleinsten eine Rückentrage, da sie darin den besten Ausblick genießen. Allerdings sind sie Kälte, Wind und Sonne stärker ausgesetzt und müssen entsprechend geschützt werden. Eine Wanderung mit Babys sollte höchsten zwei bis drei Stunden dauern. Dabei sollten Sie jede Stunde eine Pause einplanen und dem Kind etwas Bewegungsfreiheit außerhalb der Trage gönnen. Ab zwei Jahren kann das Kind sogar kurze Abschnitte selber laufen, wobei die Wandergeschwindigkeit natürlich sehr gering ist.
Sobald die Kinder längere Strecken selbstständig laufen können, sollten Sie die Strecke so wählen, dass die Tour nicht länger als vier Stunden Gehzeit beträgt.
Kinder ab 6 Jahren können je nach Kondition bereits bis zu fünf Stunden wandern.
Ab dem 10. Lebensjahr können Eltern auch anspruchsvollere Wanderungtouren anvisieren. Kinder wollen jetzt ihre Leistungsgrenzen erreichen. Ausdauer und Bewegungsharmonie sind deutlich ausgeprägter. Touren über sieben Stunden am Tag sollten jedoch vermieden werden.


Im Gepäck: Was muß mit

Kinder benötigen während der Wanderung viel Flüssigkeit. Für eine dreistündige Tour sollte man etwa einen Liter (Wasser, ungesüßte Fruchtschorlen oder Tee) pro Person einplanen, denn durstig macht das Wandern garantiert keinen Spaß. Außerdem gehören je nach Dauer der Wanderung genügend Müsliriegel, Obst und belegte Brötchen in das Gepäck, falls Hunger aufkommt. Ein Picknick in der Natur ist auf jeden Fall ein schönes Erlebnis, falls es nicht gerade auf einem Ameisenhaufen stattfindet.
Wichtig ist außerdem die richtige Ausrüstung: Sonnenschutz und -creme, Regenjacken, Wechselwäsche, Insektencreme, ausreichend Pflaster, sowie Gel für Hautabschürfungen und Mückenstiche.
Für die Pausen zum Spielen und Entdecken eignet sich auch vieles: z.B. Ball, Frisbee, Block, Stifte, Kompass, Fernglas, Taschenmesser, Lupenglas, Pflanzen- oder Baumbestimmungsbuch usw.
Auch wenn die Kleinen ihre Sachen selbst tragen möchten, die schwere Ausrüstung gehört in den Rucksack der Erwachsenen. Kinder können ihr Kuscheltier oder gefundene Schätze transportieren. Bei älteren Kindern gilt die gleiche Faustregel wie für Erwachsene: das Gesamtgewicht des Rucksacks sollte maximal 10% des Körpergewichts betragen, lieber weniger.


Auf Schusters Rappen: das richtige Schuhwerk

Ganz wichtig für eine unvergeßliche Wanderung im positivem Sinne sind (wie bei Erwachsenen) feste Schuhe, die schon eingelaufen sind. Denn drückt oder reibt der Schuh, wird die Wanderung schnell zum freudlosen Gewaltmarsch und für alle Beteiligten zum Alptraum, statt zum Naturerlebnis. Die Schuhe der Kinder sollten den Knöchel stützen, denn Gelenke und Knochen sind noch weicher als bei Erwachsenen. Außerdem sorgen rutschfeste Sohlen mit gutem Profil für die nötige Trittsicherheit.


Viele Pausen für Abenteuer und Entdeckungen

Damit die Wanderung ein echtes Naturerlebnis wird, sollte außer der Bewegung an der frischen Luft auch Spaß und Abenteuer geboten werden. Wandern mit KindPlanen Sie daher Zwischenstationen, zum Beispiel Bäume oder Felsen zum Klettern, Wiesen zum Ballspielen, Bäche, an denen man einen Staudamm bauen kann, usw. Jede halbe Stunde sollten Sie kleine Erholungspausen einlegen, am besten kombiniert mit Spiel und Wissen. Fragen Sie das Kind immer wieder nach Durst und Hunger, denn oft vergessen die kleinen Entdecker vor lauter Begeisterung ihre Grundbedürfnisse.


Motivation: Spiel und Spaß beim Wandern

Während der Wanderung können Sie zusammen mit ihren Kindern Lieder singen oder Spiele wie "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielen.
Außerdem verhindern spannenden Geschichte und Sagen, dass den Kindern beim Wandern langweilig wird.
Wichtig ist auch, den Kindern viel Zeit zu geben für Entdeckungen am Wegesrand. Der Vorteil für die Eltern ist, dass sie dadurch selbst kleine Naturwunder entdecken, die Kinderaugen fasziniert beobachten. Nehmen Sie zum Beispiel ein Pflanzen oder Insektenbestimmungsbuch mit, falls Sie selbst darin nicht so bewandert sind.


Extrakick: Ein außergewöhnliches Erlebnis

Es gibt viele Möglichkeiten, eine gewöhnliche Wanderung zu einen besonderen Erlebnis werden zu lassen. Kindern reicht da oft wenig, wenn man sie richtig animiert. Eine Hüttenübernachtung kann ein Erlebnis für die ganze Familie werden. Man kann die Wanderung zum Beispiel auch mit einem Kletterschnupperkurs oder dem Besuch in einem Kletterwald verbinden. Ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie sind Wanderungen in Begleitung von Eseln oder Lamas. Das motiviert selbst lauffaule Kinder.


Stärkung: Picknick oder Waldgaststätte

Ein besonderes Erlebnis ist ein gemeinsames Picknick mitten in der Natur. Falls Sie keine Picknickdecke besitzen, ein Tischdecke oder ein Pareo eignen sich auch als Unterlage. Blätterteigtaschen, Muffins, Obststücke, belegte Brötchen oder Müsliriegel, lassen Sie sich etwas einfallen, womit Sie ihre Kinder und sich kulinarisch verwöhnen. Alles was schmeckt, ein paar Stunden ohne Kühlschrank überlebt und gut zu transportieren ist eignet sich als Mahlzeit. Oft schmeckt den Kindern bei Wanderungen viel mehr als zuhause, auch "Gesundes".