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1. Grundsätzliches
2. Wichtige Tipps für die Reiseapotheke
3. Grundausstattung
4. Reiseapotheke für Kinder
5. Rucksackapotheke für Wanderer, Bergwanderer und Wintersportler
6. Extra für Meer und Strand
7. Die homöopathische Reiseapotheke

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1. Grundsätzliches

Natürlich ist ein Kurzurlaub in Deutschland keine Dschungel-Expedition fernab jeglicher Zivilisation. Vor einem Schlangenbiss braucht sich hierzulande niemand zu fürchten und die Chancen, sich als umsichtiger Reisender mit gefährlichen Krankheitserregern zu infizieren, sind wahrscheinlich ähnlich gering, wie die auf einen Sechser im Lotto. Doch auch bei einer Radtour durch die schöne Eifel oder einer Wanderung in den Alpen kann man sich verletzen, und selbst harmlosere Vorkommnisse wie Kopfschmerzen oder eine leichte Magenverstimmung können das lang ersehnte Urlaubsvergnügen deutlich schmälern. Und das wäre schade. Eine gut sortierte Reiseapotheke sollte daher genauso selbstverständlich zum Reisegepäck gehören, wie Socken und frische Unterwäsche. Und wenn man sie nicht braucht, um so besser.
Da beim Packen oft wenig Platz für eine Reiseapotheke bleibt, beschreibt die folgende Empfehlung lediglich eine gute Grundausstattung, die bei Bedarf nach Belieben ergänzt werden kann. Denn was und wie viel mitgenommen werden muss, hängt auch von den geplanten Aktivitäten und der körperlichen Verfassung, beziehungsweise der Medikamentenverträglichkeit des Einzelnen ab. Für einen Sommerurlaub mit Kindern muss natürlich auf andere Details geachtet werden, als bei einer winterlichen Schneeschuhtour oder einem Schlemmerwochenende für zwei.





2. Wichtige Tipps für die Reiseapotheke

- Die Reiseapotheke stellt man am besten schon vor der Reise zusammen. Was man hat, das hat man. Dies gilt vor allem, wenn man regelmäßig Medikamente einnehmen muss.
- Es sollten nur Medikamente ausgewählt werden, die sich bewährt haben und die gut verträglich sind. Wer unschlüssig ist, sollte vorsichtshalber bei seinem Hausarzt nachfragen.
- Medikamente sollten immer wasserdicht und temperaturgeschützt aufbewahrt werden. Eine zerflossene Schmerztablette oder ein geschmolzenes Fieberzäpfchen nutzen im Bedarfsfall niemandem mehr.
- Wer sich schon vor längerer Zeit eine Reiseapotheke zusammen gestellt hat, der sollte rechtzeitig vor Reiseantritt einen Blick auf die Verfallsdaten werfen. Vorsicht: bei Salben und Flüssigkeiten gilt das Datum nur für die ungeöffnete Packung. Bei Unklarheiten über die Haltbarkeit von angebrochenen Produkten lieber noch mal bei der Apotheke des Vertrauens nachfragen.
- Die Beipackzettel („Waschzettel“) der Medikamente sollten immer mitgeführt werden, damit man sich über die Einnahmevorschriften oder mögliche Neben- und Wechselwirkungen informieren kann.



3. Grundausstattung

Dauermedikamentation:
- Wer regelmäßig Medikamente (Diabetes, Bluthochdruck, Allergien, etc.) einnehmen muss, sollte diese in ausreichender Menge mitnehmen.

Verletzungen:
- Einmalhandschuhe
- Wundpflaster
- Heftpflaster
- Eine Rolle Tapeband (z.B. Leukoplast)
- Wunddesinfektionsspray (ohne Jod, nicht brennend)
- Salbe für Wundheilung
- Brandsalbe
- Sportsalbe (bei Verstauchungen)
- Mullbinden.
- Elastische Binden
- Sterile Wundkompressen
- Dreieckstuch
- Verbandschere
- Pinzette
- Kleine Taschenlampe (mit Ersatzbatterien)
- Alu-Rettungsfolie (2m auf 1 m) zur Wärmeisolation
- Kurze Erste-Hilfe-Zusammenfassung

Schmerzmittel:
- Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder das etwas stärker wirksame Ibuprofen helfen gegen Kopf- oder Wundschmerzen, aber auch gegen Entzündungen und erhöhte Körpertemperatur

Mittel gegen Durchfall:
- Kohletabletten, Uzaratropfen aus der Kräuterküche oder Loperamid (stellt den Darm ruhig, rezeptpflichtig!)
- Bei schweren Durchfällen empfiehlt sich eine Elektrolyt-Glukose Mischung aus der Apotheke, die dem Körper Flüssigkeit und Mineralien zuführt

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen :
- z.B. Metoclopramidtropfen (nicht für Kinder unter zwei Jahren geeignet, rezeptpflichtig!).

Insektenstiche:
- Insektenschutzmittel für die Haut (DEET oder Icaridin als Wirkstoff)
- Salbe gegen den Juckreiz (Antihistaminikum).

Sonnenschutz:
- Sonnencreme mit UVA- und UVB-Filter und einem Lichtschutzfaktor nicht unter 20
- Mittel gegen Sonnenbrand

Sonstige nützliche Kleinigkeiten:
- Medikament gegen Reise- bzw. Seekrankheit (z.B. die Wirkstoffe: Dimenhydrat, Domperidon).
- Vitamin- und Mineralstofftabletten, bruchsicheres Fieberthermometer (am besten nicht elektrisch)
- Verhütungsmittel
- Mittel gegen Regelschmerzen
- Kleine Schere (oder besser ein Allzweckmesser)
- Nähnadel und kräftiger Zwirnfaden
- Kleiner Bleistift und Schreibpapier
- Feuerzeug oder (Sturm-)Streichhölzer
- Kleine Kerze oder ein Teelicht
- Sicherheitsnadeln
- Taschentücher





4. Reiseapotheke für Kinder

Was für die Eltern gut ist, taugt noch lange nicht fürs Kind, das gilt speziell bei Arzneimitteln. Damit auch im Urlaub die Kleinen gut versorgt sind, muss die Reiseapotheke entsprechend erweitert werden. Am besten man fragt noch mal beim Kinderarzt nach.

Dauermedikamentation:
- Muss das Kind regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten diese rechtzeitig besorgt und in ausreichender Menge mitgenommen werden

Verletzungen:
- Heftpflaster und Pflasterstrips für empfindliche Kinderhaut
- Nicht brennendes Wunddesinfektionsmittel

Reiseübelkeit:
- Reisekaugummi (wenn Kinder alt genug sind), sonst Tropfen oder Zäpfchen

Schlafstörungen, Nervosität:
- Beruhigungstee oder -saft auf Basis von Baldrian, Hopfen, Melisse

Fieber, Schnupfen, Husten:
- Abschwellende Nasentropfen in altersgerechter Dosis (Einreibemittel für Kleinkinder ohne Kampfer und Menthol)
- Hustensaft (z.B. mit Thymian)
- Schmerz- und Fieberzäpfchen (in altersgerechter Dosis)

Durchfall, Erbrechen, Blähungen:
- Glucose/Elektrolyt-Präparate (mit dem Kinderarzt besprechen)
- Blähungstropfen oder Anis-Fenchel-Kümmel-Tee

Sonnenschutz:
- Spezielle Sonnencreme für Kinder mit Mikropigmenten und hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 20).

Insektenstiche:
- Insektenschutzmittel speziell für Kinder, kühlendes Antihistamin-Gel (nicht großflächig anwenden!) Außerdem: Mit dem Kinderarzt besprechen





5. Rucksackapotheke für Wanderer, Bergwanderer und Wintersportler

Wer sich etwas abseits der Zivilisation aufhält, kann im Bedarfsfall nicht mal kurz in einer Apotheke vorbei schauen. Die Zusammenstellung erfordert daher etwas mehr Voraussicht, schon allein aus Platz- und Gewichtsgründen. Denn wenn man sein gesamtes Hab und Gut für zwei oder mehrere Tage auf dem Rücken trägt, muss man penibel auf jedes Gramm zu viel achten. Um Gewicht zu sparen und keinen kostbaren Raum im Rucksack zu verschenken, eignet sich als Verpackung für die Reiseapotheke am besten ein stabiler, wasserdichter Beutel, markiert mit einem roten Kreuz. Den Inhalt kann man zusätzlich in Plastikbeutelchen verstauen. Was und wie viel mitgenommen wird, hängt zum einen von unter Punkt 1 Grundsätzliches genannten Faktoren ab, zum anderen von der Länge der geplanten Tour und der Anzahl der Personen ab. Und auch hier gilt: bestehen Unklarheiten über die Medikamentenverträglichkeit, sollte sicherheitshalber der Hausarzt aufgesucht werden.
Dauermedikamentation:
- Wer regelmäßig Medikamente (Diabetes, Bluthochdruck, Allergien, etc.) einnehmen muss, sollte diese in ausreichender Menge mitnehmen.

Verletzungen:
- Sterile Verbandspäckchen, sterile Kompressen beziehungsweise nicht klebende Wundauflagen (7 x 7 cm).
- Ein Heftpflastersortiment (klein und groß)
- Eine Rolle Tapeverband (z.B. Leukoplast)  2,5-3,5 cm breit/ und 5 m lang
- Elastische und eventuell selbsthaftende dünne Verbandsbinde (6 cm)
- Elastische, selbsthaftende Pflasterbinden (etwa 8-10 cm breit und 5 m lang) zur Gelenkstabilisierung
- Ein Dreiecktuch (auch als Ersatz-Hals- oder Kopftuch)
- Alu-Rettungsfolien (2 x 1 m) zur Wärmeisolation 
- Nicht brennendes Wunddesinfektionsspray (ohne Jod)
- Pinzette

Sonstige nützliche Kleinigkeiten die am besten in der Apotheke aufgehoben sind:
- 1 kleine Schere (oder Allzweckmesser).
- 1 Nähnadel und kräftiger Zwirnsfaden.
- 1 kleiner Bleistift und Schreibpapier.
- 1 kurze Erste-Hilfe-Zusammenfassung,
- 1 Feuerzeug oder 1 Schachtel (Sturm-)Streichhölzer.
- 1 kleine Kerze oder ein Teelicht.
- evtl. 1 dünner Draht.
- 2 Sicherheitsnadeln.
- 2 Hohlnieten.
- Taschentücher, Toilettenpapier.
Nützliche Medikamente für den Fall der Fälle:
- Für wunde Haut: Wundsalbe z.B. Bepanthen 5 g. und Blasenpflaster.
- Schnupfen und verstopfte Nase: Nasenspray oder -tropfen z.B. Otriven.
- Halsschmerzen: Verschiedene Lutschtabletten.
- Husten: Schleimlösende Mittel z.B. Acetylcystein (ACC), Bisolvon, Ambroxol (rezeptpflichtig!).
- Übelkeit, Erbrechen, Magenstörung:  z.B. Metoclopramid Tropfen oder Zäpfchen (rezeptpflichtig!).
- Starker Durchfall:  z.B. Imodium oder Loperamid (rezeptpflichtig!).
- Muskel- und Gelenkschmerzen:  Antirheumatikum wie z.B. Ibuprofen oder Diclofenac (jeweils rezeptpflichtig!).

Sonnenschutz:
Die UV-Belastung steigt pro 1000 Höhenmeter um etwa 20 Prozent an. Zusätzlich reflektiert der Schnee das Sonnenlicht und verstärkt so den Effekt (bis zu 2-fach). Wer sich also in den Bergen bewegt, ob im Sommer oder im Winter, der braucht einen deutlich stärkeren Sonnenschutz, als im Flachland. Vor allem die empfindlichen Körperstellen, wie Nase, Ohren, Lippen und Wangen, wollen gut eingecremt sein.
Im Winter eignen sich dafür am besten fetthaltige Cremes, da sie die Haut vor Kälte und Austrocknung schützen.




6. Extra für Meer und Strand

Quallenkontakt:
Zwar gehören die allermeisten Quallen an den Gestaden der Nord- und Ostsee zur Gattung der harmlosen Ohrenquallen, es kann aber dennoch zu höchst unangenehmen Begegnungen mit den seltenen Nesselquallen kommen. Gut wenn man dann das nötige Mittel schnell zur Hand hat.
- Ein kleines Fläschchen Haushaltsessig oder eine kleine Dose Rasierschaum (um die Nesselzellen auf der Haut auszutrocknen).
- Kühlgel

Sonnenschutz:
- Sowohl Sand als auch Wasser reflektieren die UV-Strahlung und erhöhen somit die UV-Belastung (1,3-fach). Wer sich also viel am Strand und in, beziehungsweise auf dem Wasser aufhält benötigt eine wasserfeste Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor.




7. Die homöopathische Reiseapotheke

Wer der Pharmaindutrie misstraut, oder wem eventuelle Nebenwirkungen von Arzneimitteln der Schulmedizin zu stark sind, der sollte es mal mit folgender Auswahl versuchen, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist. Dabei sei jedoch anzumerken, dass die Homöopathie eine sehr personenbezogene Medizin ist. Um das volle Wirkungspotential zu entfalten, muss bei einem Analysegespräch erst die Arznei gefunden werden, die der Persönlichkeit des Patienten und dem Gesamtbild der Symptome am ähnlichsten ist. Ein Besuch bei einem Homöopathen ist daher zu empfehlen.

- Bei Fieber:  Aconitum D 12
- Bei Allergien und Insektenstichen: Apis D 12
- Zur Förderung der Wundheilung: Arnica D 12
- Gegen Sonnenstich, Krämpfe und krampfartige Schmerzen: Belladonna D 12
- Gegen Kopfschmerzen: Gelsemium D 12
- Bei Übelkeit und Erbrechen: Nux Vomica D 12
- Gegen Magen-Darmprobleme und Frauenleiden: Pulsatilla D 12
- Gegen Gelenkschmerzen und Rheuma: Rhus Toxicodendron D 12
- Bei Kreislaufbeschwerden: Veratrum D 12