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Rucksack richtig packen Drucken (PDF) Link an einen Freund senden

Ist der Rucksack zu schwer oder aber falsch gepackt, wird die geplante Genusswanderung schnell zur unnötigen Tortur. Wem die Trageriemen tief in die Schultern einschneiden, der Nacken verspannt und der Rücken anfängt zu schmerzen, der hat kaum noch einen Blick übrig für die großen und kleinen Schönheiten der Natur. Und das wäre jammerschade. Dabei sind die Tricks und Kniffe für das optimale Packsystem schnell erlernt.

1. Rucksackgewicht
2. Packsystem
3. Tipps und Tricks
4. Rucksack richtig aufsetzen und anpassen

 

1. Rucksackgewicht

Eine allgemein gültige Faustregel zum Rucksackgewicht lässt sich nur schwer aufstellen. Wie viel Gepäck man sich zumuten kann oder muss, hängt von mehreren Faktoren ab:

- Reiseart: Wen es auf eigene Faust mit Zelt und Campingkocher in entlegene Gebiete zieht, der benötigt natürlich viel mehr Ausrüstung, als derjenige, der eine organisierte Tour mit Gepäcktransport, Vollpension und Übernachtung in Hotels, Pensionen oder Berghütten bevorzugt.
- Gruppengröße: Je größer die Gruppe, desto weniger Allgemeingut muss der Einzelne tragen.
- Reisedauer: Je länger die Reise dauert, desto mehr Kleidung wird benötigt und desto schwerer wir der Rucksack.
- Reisezeit: Je wärmer das Wetter, desto leichter, je kälter das Wetter, desto schwerer wird der Rucksack.
- Alter, Kondition, Statur und körperliche Vorbelastung: Wer selten oder nie schwerere Lasten auf dem Rücken trägt, dessen Rückenmuskulatur ist schwächer ausgeprägt, als bei dem, der es gewohnt ist. Sind die Bandscheiben schon vorbelastet, verträgt der Rücken weniger Gewicht. Das Gleiche gilt für Kinder und Jugendliche, da deren Körper sich noch im Wachstum befindet. Das sollte beim Packen des Rucksacks auf jeden Fall berücksichtigt werden. Richtig Wandern

Das maximale Gewicht des gepackten Rucksacks bei einem gesunden, durchschnittlich trainierten Erwachsenen, egal ob Mann oder Frau, sollte ¼ des eigenen Körpergewichts auf keinen Fall überschreiten. Wer darüber liegt, der wird die Freude am Wandern schnell verlieren und sollte seine Packliste auf jeden Fall noch einmal überarbeiten. Und wer auf die komplette Campingausrüstung verzichten kann, weil er feste Unterkünfte bevorzugt, der kann für ein verlängertes Wochenende locker mit 8 bis 10 Kilogramm auskommen.

Für Menschen mit Rückenproblemen, Kinder und Jugendliche gelten jedoch andere Gewichtsgrenzen:
- Wer Probleme mit den Bandscheiben hat, oder wer unter Muskelverspannungen leidet, der sollte seinem Rücken nicht mehr als 4 Kilogramm Gepäck zumuten.
- Kinder bis 6 Jahre dürfen maximal 1 Kilogramm auf dem Rücken tragen.
- Bei Kindern bis 9 Jahre sollte der Rucksack nicht schwerer als 2 Kilogramm sein.
- Kinder bis 12 Jahre dürfen maximal 4 Kilogramm schultern.
- Jugendlichen bis 16 Jahre kann man bis zu 7 Kilogramm auflasten.

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2. Packsystem

Das Ziel des Packsystems ist es nicht nur, das benötigte Gepäck so Platz sparend wie möglich im Rucksack zu verstauen. Fast noch wichtiger ist die optimale Gewichtsverteilung. Denn je näher der Schwerpunkt des Rucksacks am Körper liegt, desto leichter trägt er sich. Rucksack richtig packen

Das Bodenfach zuerst
Die meisten Rucksäcke ab 45 Liter Fassungsvermögen besitzen ein separates Bodenfach. Darin sollten vornehmlich leichte und großvolumige Gegenstände kommen. Je nach Art und Länge der geplanten Wanderung kann das der Schlafsack, die Isomatte (wenn aufblasbar), der warme Pullover oder die Wechselwäsche sein. Wenn das Bodenfach gut ausgestopft ist, verleiht das dem Rucksack zusätzliche Stabilität und der Tragekomfort erhöht sich merklich.

Danach das Hauptfach
Das Hauptfach ist das Mädchen für alles und sollte so gepackt werden, das sich die schweren und kompakten Teile der Ausrüstung mittig, nah am Rücken und in etwa knapp unter Schulterhöhe (nicht darüber) befinden. Das erleichtert den aufrechten Gang und vermindert das Kräfte zehrende und in unwegsamen Gelände nicht ungefährliche Aufschaukeln des Rucksacks. Damit die schweren Gegenstände in Position bleiben und nicht verrutschen, muss das Hauptfach mit leichten und voluminösen Sachen gut ausgestopft und stabilisiert werden. Dafür eignet sich zum Beispiel die Wechselkleidung, Schmutzwäsche, Tütensuppen oder ähnliches. Damit die Wetterschutzkleidung bei Bedarf schnell griffbereit ist, bildet sie den oberen Abschluss des Hauptfachs.  

Die Deckelfächer zuletzt
In die Deckelfächer kommt alles, was auf der Wanderung schnell zur Hand sein muss: zum Beispiel Erste-Hilfe-Set, Taschenlampe, Messer, Wanderkarten, Kompass, Sonnencreme, Sonnenbrille, Snacks oder ähnliches. Und wer auf ein GPS-Gerät oder einen MP3-Player nicht verzichten möchte, der befestigt auf dem Deckelfach ein kleines Solarpanel. Damit ist es möglich, die Akkus während der Wanderung wieder aufzuladen (kein Scherz).

Seitentaschen
Wenn der Rucksack Seitentaschen besitzt, ist das nicht unpraktisch. Seitentaschen bieten nicht nur ein Extra an Stauraum, sondern auch noch separaten Stauraum, der leicht zugänglich ist. Das erleichtert die Ordnung, vorausgesetzt man kann sich erinnern, wo man was hin gepackt hat. Gewichtsmäßig sollten beide Taschen in etwa gleich schwer mit leichteren Gegenständen beladen sein.

Außen am Rucksack

Alles, was außen am Rucksack hängt, kann sich zum Beispiel in Ästen verhaken. Idealerweise sollten daher nur die Trekkingstöcke außen befestigt werden. Passt die Isomatte nicht mehr in den Rucksack, kommt sie entweder quer vor, beziehungsweise unter das Bodenfach, oder längs an die Rucksackfront. Zwar verfügen gute Rucksäcke außen über zusätzliche Schnallen, wer aber ganz sicher  gehen möchte, der benutzt außerdem separate Packriemen. Wichtig: alles gut verzurren, damit nichts hin und her pendeln kann.
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3. Tipps und Tricks beim Packen

Ordnung mit Plastiktüten
Um die Kleidung, den Proviant und die sonstige Ausrüstung vor Feuchtigkeit zu schützen, empfiehlt es sich, alles getrennt voneinander in Plastiktüten zu verpacken. Ein kleiner Tipp: verschieden farbige Tüten (z.B. Einkaufstüten) erleichtern das Packen und man behält leichter den Überblick.

Schema F
Es ist auf jeden Fall hilfreich, den Rucksack immer nach dem gleichen Schema zu packen. Wenn jedes Teil seinen festen Platz hat, findet man seine Sachen schneller. Bei Regen oder Kälte kann das durchaus von nutzen sein.

Alles stabil
Damit sich nichts im oder am Rucksack bewegt, sollte alles fest verstaut und fixiert sein. Denn auch wenn man es nicht sofort merkt, schlägt die Ausrüstung hin und her, automatisiert man  eine Gegenbewegung zum Ausgleich, die unnötig viel Kraft kostet. Ist der Rucksack gar zu lose gepackt, kann er sich beim Gehen aufschaukeln. Vor allem in unwegsamen Gelände kann dies ein nicht zu verachtendes Gefahrenpotential darstellen.

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4. Rucksack richtig aufsetzen und anpassen

Ein vollgepackter Rucksack für eine längere Tour sollte ¼ des Körpergewichts nicht überschreiten. Doch das können theoretisch natürlich auch stattliche 20 Kilogramm sein, je nachdem. Durch eine ungeschickte Bewegung beim Auf- oder Absetzen des Rucksacks besteht somit immer die Gefahr einer Muskelzerrung oder gar eines Bandscheibenschadens. Zu Beginn einer Wanderung wäre das höchst ärgerlich, auf halbem Weg geradezu fatal. Damit das nicht passiert, hier eine Anleitung speziell für Rechtshänder und für Linkshänder:  

Rucksack aufsetzen für Rechtshänder:

● Rucksack anheben:  
Mit der linken Hand an den Tragegriff und mit der rechten Hand unter den Schultergurt greifen. Der rechte Fuß steht dabei neben dem Rucksack, das Bein ist leicht gebeugt. Den Rucksack mit Schwung nach oben zu sich hin ziehen und auf dem rechten Knie abstellen. Wichtig: Rücken auf jeden Fall gerade lassen.

● Rucksack aufsetzen:
Tragegriff loslassen. Mit dem rechten Arm in den rechten Schultergurt eindrehen und dabei unter den Schultergurt durch greifen und weiter bis unter den Rucksackboden. Den Rucksack mit der rechten Hand und mit etwas Schwung auf den Rücken wuchten. Nun mit den linken Arm unter das andere Schulterpolster, fertig.

● Rucksack absetzen:
Den linken Arm aus dem Schultergurt nehmen.
Rucksack vom Rücken auf den rechten Oberschenkel gleiten lassen.
Den rechten Arm aus dem Schultergurt ziehen.
Rucksack mit geradem Rücken auf den Boden heben.

Rucksack aufsetzen für Linkshänder:

● Rucksack anheben:
Mit der rechten Hand an den Tragegriff und mit der linken Hand unter den Schultergurt greifen. Der linke Fuß steht dabei neben dem Rucksack, das Bein ist leicht gebeugt. Den Rucksack mit Schwung nach oben zu sich hin ziehen und auf dem linken Knie abstellen. Wichtig: Rücken auf jeden Fall gerade lassen.

● Rucksack aufsetzen:
Tragegriff loslassen. Mit dem linken Arm in den linken Schultergurt eindrehen und dabei unter den Schultergurt durch greifen und weiter bis unter den Rucksackboden. Den Rucksack mit der linken Hand und mit etwas Schwung auf den Rücken wuchten. Nun mit den rechten Arm unter das andere Schulterpolster, fertig.

● Rucksack absetzen:
Den rechten Arm aus dem Schultergurt nehmen.
Rucksack vom Rücken auf den linkenn Oberschenkel gleiten lassen.
Den linken Arm aus dem Schultergurt ziehen.
Rucksack mit geradem Rücken auf den Boden heben.

Rucksack anpassen

Alle modernen Wanderrucksäcke besitzen ausgeklügelte Riemen- und Gurtsysteme, die eine optimale Lastverteilung unterstützen. Dafür müssen sie aber richtig eingestellt werden und zwar für jede Person und nach jedem Beladen aufs Neue.
● Alle Riemen des Tragesystems lösen.
● Rucksack aufsetzen.
● Hüftgurt so platzieren, dass dessen Mitte auf dem Hüftknochen liegt.
● Hüftgurt anziehen.
● Jetzt die Schultergurte anziehen. Gleichmäßig, aber nicht zu fest, denn die Hauptlast soll auf dem Hüftgurt und nicht auf den Schultern liegen. Hat der Hüftgurt zusätzliche Stabilisierungsgurte, können diese auch angezogen werden.
● Zum Schluss die Lageverstellriemen oben an den Schultergurten nach Bedarf einstellen. In schwierigem Gelände werden sie angezogen um einen besseren Kontakt zum Rücken und damit mehr Stabilität zu erreichen. In leichtem Terrain und zur besseren Belüftung des Rückens können sie wieder gelockert werden.

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