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1. Allgemeines zum Sonnenschutz
2. Was macht Sonnenlicht gefährlich?
3. Wann und wo ist die UV-Belastung am größten?
4. Wie viel Sonne verträgt die Haut?
5. Was genau ist der Lichtschutzfaktor?
6. Wie lange sind Sonnencremes haltbar?
7. Was sind USF und UPF?
8. Kinder und Sonne
9. Die wichtigsten Sonnenschutzmaßnahmen im Überblick
10. Was hilft bei einem Sonnenbrand?
11. Wie erkenne ich einen Sonnenstich?
12. Der Hitzschlag
13. Der Hitzekollaps
14. Hitzekrämpfe

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1. Allgemeines zum Sonnenschutz

Wochenende, die Sonne scheint und es ist fast keine Wolke am Himmel. Wer bei der Arbeit viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringt, den drängt es jetzt nach draußen ins Freie. Den Gemütlicheren genügt ein Picknick im Grünen oder ein Sonnenbad am Baggersee. Die Aktiveren schwingen sich aufs Rad, gehen wandern oder segeln, fahren Kanu oder reiten aus. Die wärmenden Sonnenstrahlen sorgen für seelisches Wohlbefinden und regen den Körper zur Produktion des lebenswichtigen Vitamin D an.
SonneDoch übermäßiger Sonnengenuss birgt auch Gefahren. Nicht zuletzt durch die vom Menschen verursachte Ausdünnung der schützenden Ozonschicht erreichen immer mehr der kurzwelligen Ultraviolettstrahlen (kurz UV-Strahlen) die Erdoberfläche. Dort führen sie in verstärktem Maße zu Schädigungen der Haut und steigern damit das Hautkrebsrisiko. Sie bewirken nicht nur die oft erwünschte Bräunung der Haut, sondern beschleunigen auch deren Alterungsprozess. Vor allem bei Kindern ist der UV-Eigenschutz in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt. Sie sollten daher nicht über längere Zeit ungeschützt der Sonneneinwirkung ausgesetzt werden. Aber auch der langwellige Teil des Sonnenlichts, die Wärmestrahlung, hat nicht nur positive Effekte. Vor allem in den heißen Sommermonaten kann sie zu einem Sonnenstich , zu Hitzekrämpfen oder gar zum lebensgefährlichen Hitzschlag führen.
Aber keine Angst, das heißt nun nicht, dass man sich beim ersten Sonnenstrahl nicht mehr aus dem Haus trauen darf, weil man sonst sofort tot umfällt. Wer die Kraft der Sonnenstrahlung nicht unterschätzt und sich ausreichend schützt, der kann weiterhin das Leben in der freien Natur unbeschwert und in vollen Zügen genießen.


2. Was macht Sonnenlicht gefährlich?

Der für den Menschen gefährlichste Anteil des Sonnenlichts bilden die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbaren UV-Strahlen. Sie werden hinsichtlich ihrer Wellenlänge in drei Gruppen unterteilt: die UV-A-, die UV-B- und dir UV-C-Strahlen. Die etwas längerwelligen UV-A-Strahlen dringen am tiefsten in die Haut ein und sind für die kurzfristige Bräunung verantwortlich, verursachen aber auch durch die Schädigung des Bindegewebes eine  beschleunigte  Hautalterung. Ein Zusammenhang zwischen UV-A-Strahlen und Hautkrebs gilt als wahrscheinlich. Die  UV-B-Strahlen sorgen für die langfristige Bräune, verursachen nachweislich aber auch Sonnenbrand und Hautkrebs. Die energiereichsten und daher gefährlichsten UV-Strahlen, die UV-C-Strahlen, werden von der Ozonschicht zu nahezu 100 Prozent abgehalten.


3. Wann und wo ist die UV-Belastung am größten?

Diese Frage ist schnell geklärt: das kommt darauf an. Die Intensität der UV-Strahlung wird durch die geographische Lage, der Höhe über Meeresspiegel, sowie von der Tages-, bzw. der Jahreszeit und der Wetterlage bestimmt. Das hört sich jetzt vielleicht etwas kompliziert an, ist es aber nicht.
Die Atmosphäre ist so etwas wie die Sonnencreme der Erde. Sie filtert, vor allem durch die Ozonschicht, einen Großteil der für Mensch und Tier schädlichen UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht, bevor es die Erdoberfläche erreicht. Und wie auch bei der Sonnencreme gilt, je dicker die Schicht, desto besser ist die Schutzwirkung.
In den Morgen- oder Abendstunden, wenn die Sonne tief steht, und somit das Sonnenlicht schräg einfällt, durchläuft es eine längere Strecke durch die Atmosphäre, als um die Mittagszeit, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und das Licht fast senkrecht einfällt. Darum steigt die Strahlungsintensität zum Mittag hin an und fällt zum Abend hin wieder ab. Gleiches gilt im Jahresverlauf für den Sommer, in dem die Sonne generell höher steht, als in den anderen Jahreszeiten.
Als Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung wird seit 1993 vom Bundesamt für Strahlenschutz (kurz BfS) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt der UV-Index  herausgegeben. Die Tabelle unten zeigt die durchschnittlichen Spitzenwerte der Strahlungsintensität in Deutschland im Jahresverlauf. Auf der Internetseite des BfS oder des Deutschen Wetterdienstes können die jeweils aktuellen Tagesspitzenwerte für Deutschland abgerufen werden.

UV-Index in Deutschland (52°N Breitengrad): Januar=1, Februar=1, März=2, April=4, Mai=5, Juni=7, Juli=7, August=5, September=3, Oktober=1, November=1, Dezember=0.

Die Stufen des UV-Index bedeuten im Einzelnen:
- 0-2 schwache Belastung: kein Schutz erforderlich
- 3-5 mittlere Belastung: Schutz erforderlich: Hut, T-Shirt, Sonnenbrille, Sonnencreme
- 6-7 hohe Belastung: Schutz erforderlich: Hut, T-Shirt, Sonnenbrille, Sonnencreme
- 8-10 sehr hohe Belastung: Schutz erforderlich und Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden
- >10 extreme Belastung: Schutz erforderlich und Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden

Doch Vorsicht, die in der Tabelle gezeigten Werte sind nicht als als absolute Zahlen zu verstehen. Lokale Gegebenheiten können den UV-Index deutlich erhöhen. Im Hochgebirge zum Beispiel ist man der Sonne ein Stück näher als auf Meereshöhe. Das heißt, man hat eine etwas dünnere UV-Schutzschicht über sich und ist deshalb einer immer höheren Strahlungsintensität ausgesetzt, je höher man sich begibt.
Zusätzlich verstärken reflektierende Oberflächen wie Wasser (bis zu 1,3-Fach), Sand und Schnee (bis zu 2-fach) die Intensität der Strahlung, während sie durch eine geschlossene Wolkendecke leicht vermindert wird.
Um nun auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Wann und wo ist die UV-Belastung am größten?
Wer in Deutschland die max. mögliche Dosis UV-Strahlung abbekommen möchte, der nimmt im Hochsommer an einem wolkenfreien Tag zwischen 11 und 15 Uhr ein Sonnenbad. Am besten auf der Zugspitze, am Strand, oder im Wasser auf einer Luftmatratze.


4. Wie viel Sonne verträgt die Haut?

Allgemein gültige Aussagen lassen sich schwer treffen, denn das kommt vor allem auf die natürliche Eigenschutzzeit der Haut an. Das ist die Zeitdauer, für die man im Laufe eines Tages die ungebräunte Haut der Sonne aussetzen kann, ohne das sie rot wird. Und die wiederum hängt im wesentlichen von zwei Faktoren ab: der oben erwähnten Stärke der Sonneneinstrahlung und dem Hauttyp.

Sonne

Wer rötliches oder hellblondes Haar hat und eine sehr helle, sommersprossige Haut besitzt, die in der Sonne nicht braun wird, sondern eher rot, der gehört im deutschsprachigen Raum höchstwahrscheinlich zu den 2% der Bevölkerung mit Keltischem Hauttyp (Typ 1). Die Eigenschutzzeit der Haut liegt hier bei maximal 10 min, in der Glut der mittäglichen Sonne deutlich darunter.
Etwa 12% entfallen auf den Nordischen Typ (Typ 2). Dieser charakterisiert sich durch blonde bis hellbraune Haare und eine helle Haut, die nur sehr langsam bräunt und eine Neigung zur Sommersprossenbildung aufweist. Die Eigenschutzzeit beträgt zwischen 10 und 20 min.
Der Mischtyp (Typ 3), dem rund 78 % der deutschsprachigen Bevölkerung angehören zeichnet sich durch braunes, manchmal auch blondes oder schwarzes Haar aus. Die Haut besitzt kaum Sommersprossen, hat eine mittlere Färbung und wird relativ schnell braun. Mit 20 bis 30 min ist die Eigenschutzzeit entsprechend länger als bei den Typen 1 und 2.   
Eine Bräunung der Haut erhöht zwar deren Eigenschutzzeit, jedoch allerhöchstens auf das doppelte. Selbst fast schwarze Haut besitzt selten mehr als eine Schutzzeit von ungefähr einer Stunde. Generell jedoch gilt, je stärker die Sonneneinstrahlung, desto kürzer ist bei allen Hauttypen die Eigenschutzzeit.


5. Was genau ist der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor (kurz LSF) gibt an, um wie viel länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der UV-Strahlung aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als das die Eigenschutzzeit der Haut zulassen würde. Bisher wurde beim LSF allerdings nur der Schutz vor UV-B-Strahlen berücksichtigt. Um auch einen ausreichenden UV-A-Schutz zu gewährleisten, wurden die Filter der Sonnenschutzprodukte entsprechend angepasst.
Wer zum Beispiel den Hauttyp 1 besitzt, der sollte sich im Laufe eines Tages nur für max. 10 min ungeschützt der prallen Sonne aussetzen. Mit einem Sonnenschutzmittel mit LSF 10 verzehnfacht sich diese Zeit auf max. 100 min, bei einem LSF 20 sind es max. 200 min. Ist diese Zeit jedoch abgelaufen, nützt alles Cremen nichts mehr, dann sollte der Sonnenplatz unverzüglich verlassen werden, will man eine nachhaltige Schädigung der Haut vermeiden.


6. Wie lange sind Sonnencremes haltbar?

Ist eine Sonnencreme einmal angebrochen, kann sie noch ein gutes Jahr aufgehoben werden und auch noch im folgenden Sommer aufgebraucht werden. Da die Wissenschaft bislang nicht hinreichend klären konnte, wie schnell die in den Cremes verwendeten UV-Filter altern, kann danach die auf der Verpackung versprochene Schutzwirkung nicht mehr garantiert werden.

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7. Was sind USF und UPF?

In Anlehnung an den Lichtschutzfaktor wird für Textilien der UV-Schutzfaktor (USF) oder Ultraviolet Protection Factor (UPF) angegeben. Ein trockenes, nicht zu eng anliegendes T-Shirt aus Baumwolle hat zum Beispiel einen USF von 10. Das bedeutet, dass nur ein Zehntel der UV-Strahlung bis zur Haut durchdringt. Bei einem Kleidungsstück mit einem USF von 30 erreicht nur noch ein Dreißigstel die Haut. Die Schutzwirkung verringert sich allerdings, wenn das Gewebe nass oder gespannt ist. Leider existiert bis dato kein internationaler Standard für die Auszeichnung des USF (oder UPF) auf Kleidung. Dennoch, auch wenn es in unseren Breitengraden als übertrieben gilt, spezielle Sonnenschutzbekleidung für den Strand kann besonders für empfindliche Hauttypen und vor allem für Kleinkinder sinnvoll sein. Wer also in punkto UV-Schutz auf der sicheren Seite sein möchte, der achtet beim Kauf der Sommerkleidung auf den richtigen USF bzw. UPF. Ein USF/UP-Wert von über 40 bietet hervorrangenden Schutz vor UV-Strahlung, liegt der Wert über 30 ist der Schutz noch sehr gut, darunter nur noch gut. Kleidung mit USF/UPF-Wert unter 15 sind nicht viel besser als herkömmliche Baumwollkleidung.

   
8. Kinder und Sonne

SonneKinder verbringen besonders viel Zeit im Freien und sind damit einem besonders hohen Maß an UV-Strahlung ausgesetzt. Das Problem dabei: die Haut eines Kindes ist um einiges schutzbedürftiger, als die von Erwachsenen, denn der UV-Eigenschutz der Haut ist bei Kindern noch nicht vollständig entwickelt. Dies gilt im speziellen für Neugeborene und Kleinkinder, die der UV-Strahlung nahezu schutzlos ausgeliefert sind. Dabei sollte stets bedacht werden, dass die  UV-Dosis, die Kinder in den ersten Lebensjahren erhalten, ein bestimmender Faktor bei der Entstehung von Hauttumoren ist.

- Neugeborene und Kleinkinder sollten grundsätzlich nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Sie können sich weder artikuliert bemerkbar machen, noch können sie vor der Sonne davon laufen und sind daher hundertprozentig auf die Vernunft ihrer Eltern angewiesen. Schon eine leichte Rötung der Haut kann unangenehme Folgen haben, ein schwerer Sonnenbrand kann im Extremfall sogar lebensbedrohend sein und muss sofort von einem Arzt behandelt werden. Um die zarte Haut des Kindes nicht unnötig zu belasten, sollte vor allem im ersten Lebensjahr auf die Verwendung von Sonnenschutzmitteln verzichtet werden.

- wenn möglich, sollte man die Mittagssonne meiden, denn zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am höchsten. Für gemeinsame Unternehmungen sind die Morgen- und späten Nachmittagsstunden, wenn die Sonne tiefer steht, deutlich geeigneter.

- der wirkungsvollste und zugleich einfachste Sonnenschutz bietet sich im Schatten mit sonnengerechter Kleidung. Dabei ist wichtig, dass die Textilien einen UV-Schutzfaktor von mind. 30 besitzen. Beim Baden sollten die Schultern mit einem T-Shirt bedeckt sein, ein Sonnenhut mit Krempe schützt die empfindlichen Gesichtspartien, vor allem Nase und Lippen.

- die nicht bedeckten Körperstellen sollten mit einem speziellen Sunblocker für Kinder (mind. LSF 20) gut eingecremt werden. Aber auch hier gilt: ist die vom Hersteller garantierte Schutzzeit abgelaufen, muss das Kind sofort aus der Sonne. Um eventuellen Hautunverträglichkeiten vorzubeugen, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch beim Hautarzt.

- eine Sonnenbrille mit geprüftem UV-A und UV-B-Filter verhindert Entzündungen in den Augen.  

- um die lebenswichtige Vitamin-D-Produktion des Körpers anzuregen und so eventuellen Mangelerscheinungen vorzubeugen, ist auch in unseren Breitengraden kein direktes Sonnenlicht nötig. Auch bei bedecktem Himmel reichen 10 bis 15 min im Freien völlig aus. In sonnenärmeren Monaten darf es ruhig auch die doppelte Besonnungszeit sein.

- ein gutes Beispiel hilft oft mehr als tausend Worte. Kinder ahmen das Verhalten von Erwachsenen nach. Das kann manchmal etwas anstrengend sein, bietet aber auch große Vorteile. Wenn der Nachwuchs von klein auf sieht, dass sich Mama und Papa lieber im Schatten aufhalten, sich nicht zu lange der prallen Sonne aussetzen und stets auf den angemessenen Sonnenschutz achten, lernen sie früh, mit den Gefahren der Sonne richtig umzugehen.


9. Die wichtigsten Sonnenschutzmaßnahmen im Überblick

- das Vorbräunen im Solarium schadet eher als das es nutzt. Zusätzliche UV-Belastung ist nicht das Beste, was man seiner Haut antun kann. Zumal sich dadurch die Eigenschutzzeit der Haut nur unwesentlich erhöht.
- die Haut braucht Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen. Deshalb ist an den ersten warmen Sonnentagen ein gemütlicher Platz im Schatten das Beste, was man seiner Haut gönnen kann.
- generell die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden.
- sonnendichte Kleidung mit einem UV-Schutzfaktor von mind. 30 und eine Kopfbedeckung bieten einen besseren Sonnenschutz, als jeder Sunblocker.
- eine Sonnenbrille mit geprüftem UV-A und UV-B-Filter schont die empfindlichen Augen.
- alle unbedeckten Körperstellen sollten mit einer wasserfesten Sonnencreme mit Lichschutzfaktor 20 oder höher eingecremt werden. Vor allem die so genannten Sonnenterrassen verlangen dabei besondere Aufmerksamkeit. Dazu gehören die unbehaarte Kopfhaut, der Nasenrücken, die empfindlichen Augenpartien, Wangen, Ohren, Lippen, Schultern, Rücken, das Dekolleté und die Fußrücken. Damit die Sonnencreme ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte sie etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne großzügig aufgetragen werden.
- durch Wasser, Schweiß und Sand wird ein Teil der Sonnencreme abgerieben, selbst wenn sie wasserfest ist. Deshalb sollte die Sonnencreme mehrmals täglich aufgetragen werden.
- mehrmaliges Nachcremen erhält den Sonnenschutz, verlängert ihn aber nicht!
- auch beim Baden sollten Schulter, Brust und Rücken mit einem T-Shirt oder spezieller UV-Badebekleidung bedeckt sein.
- manche Medikamente können in der Sonne zu Nebenwirkungen führen. Deshalb sollte man sich vor der Einnahme sicherheitshalber bei seinem Arzt erkundigen.
- wer unschöne Pigmentflecken auf der Haut vermeiden will, verzichtet in der Sonne lieber auf Parfums und Deodorants.


10. Was hilft bei einem Sonnenbrand?

Und nun nochmal für das schlechte Gewissen: mit jedem Sonnenbrand wird die Haut nachhaltig geschädigt und das Hautkrebsrisiko steigt deutlich an. Doch das hilft jetzt nicht weiter. Die Haut ist rot wie bei einem gekochten Hummer, spannt, fühlt sich heiß an und wirft hoffentlich keine Blasen. Was tun?

Ein starker Sonnenbrand mit folgenden Symptomen sollte grundsätzlich von einem Arzt behandelt werden:
- Rötung und starken Schmerzen
- Blasenbildung: Blasen nie selbst öffnen, denn offene Blasen sind stark infektionsgefährdet!
- wenn Kleinkinder oder Babys einen Sonnenbrand bekommen
- Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Übelkeit und Erbrechen

In weniger akuten Situationen, in denen sich auf die Schnelle kein Arzt auftreiben lässt, können folgende Anwendungen hilfreich sein:
- zur äußeren Anwendung: 3 mal täglich eine potente kortisonhaltige Creme (oder auch Gel) auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Das wirkt kühlend und Gefäß verengend.
- zur inneren Anwendung: 3 mal täglich eine eine Aspirin o.ä. Medikamente mit demselben Wirkstoff (Acetylsalicylsäure oder kurz ASS) oral einnehmen. Acetylsalicylsäure lindert den Schmerz und wirkt entzündungshemmend, indem es die für den Sonnenbrand wirksamen Mediatoren hemmt.

Ein leichter Sonnenbrand lässt sich durch folgende Maßnahmen lindern:
- Sofort aus der Sonne gehen.
- Verbrannte Hautregionen mit feuchten aber nicht zu kalten Tüchern kühlen. Am besten eignet sich dafür eine isotonische, dass heißt eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung (9 Gramm Kochsalz auf 1 Liter Wasser). Am ersten Tag sollten die entzündeten Stellen mindestens zwei Stunden mit nassen Handtüchern gekühlt werden, danach mehrmals täglich.
- Wer lieber auf die Pharmazie vertraut, der kann auf die betroffenen Hautregionen auch kühlende und abschwellende Gele (oder Cremes) auftragen.
- Viel trinken, denn bei einem Sonnenbrand verliert der Körper Flüssigkeit. Wasser, Saftschorle oder Kräutertee füllen die Flüssigkeitsspeicher der Haut wieder auf.
- Außerdem hilfreich: Obst, wie Aprikosen, Honigmelonen, Beeren oder Paprika enthalten nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Beta-Karotin, Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe. Die Nährstoffe helfen gegen freie Radikale, die durch die UV-Strahlung entstanden sind.
- Bei allergischen Reaktionen wie etwa Juckreiz, helfen antiallergische Cremes oder Gele.
- Auf keinen Fall wieder in die Sonne gehen bis der Sonnenbrand vollständig verschwunden ist.
Von dem bewährten Hausmittel, die sonnenverbrannte Haut mit Quark oder ähnlichen Milchprodukten einzureiben, raten Hautärzte eher ab. Durch die enthaltenen Bakterien  kann es bei der geschädigten Haut zu Infektionen kommen und die Eiweißstoffe können zu Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen führen.


11. Wie erkenne ich einen Sonnenstich?

Ein Sonnenstich ist ein Hitzschlag des Gehirns und führt zu einer Reizung bzw. Schwellung der Hirnhaut. Er entsteht hauptsächlich durch lang andauernde direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf- und Nackenbereich. Verantwortlich ist nicht, wie oft angenommen, die UV-Strahlung, sondern der langwellige Teil des Sonnenlichts, die Wärmestrahlung. Besonders gefährdet sind Neugeborene und Kleinkinder, denn sie haben weniger schützende Haare und die Schädeldecke ist noch dünn. Kurz gesagt: das Gehirn ist schlechter isoliert als bei Erwachsenen. Im Extremfall kann der Sonnenstich einige Stunden nach der Sonneneinwirkung zu starkem Fieber führen und eine Hirnhautentzündung hervorrufen, die sogar tödlich verlaufen kann. Bei Verdacht auf einen Sonnenstich, ist es deshalb immer ratsam, das Kind umgehend zu einem Arzt zu bringen. Sicher ist sicher.

Bei einem Sonnenstich sind folgende Symptome üblich:
- heiße, trockene Haut
- Übelkeit und Erbrechen
- Schwindel
- rote Gesichtsfärbung
- Kopf- und Nackenschmerzen
- Körpertemperatur ist meist normal, es kann aber auch zu Fieber kommen: Bei einer Temperatur über 40°C kann sogar Bewusstlosigkeit auftreten
- Muskelkrämpfe
- Blutdruckabfall
- Ohrensausen/Tinnitus
- Sehstörungen

Maßnahmen bei einem Sonnenstich:
- Den Betroffenen an einen kühlen und ruhigen Ort ohne Sonneneinstrahlung bringen.
- Entkleiden und in halb sitzender Position lagern.
- Die Temperatur von Kopf und Nacken sollte mit kühlen, aber nicht zu kalten, feuchten Tüchern gesenkt werden.
- Gekühlte Getränke (kein Alkohol) empfehlen sich nur, wenn Betroffene bei Bewusstsein ist.
- Ein Kleinkind mit Sonnenstich sollte beruhigt und nicht allein gelassen werden. Schnellst möglich einen Arzt aufsuchen, da sich aus dem Sonnenstich eine Hirnhautentzündung entwickeln kann.
- Ist der Patient bewusstlos, muss umgehend der Notarzt informiert werden.
- Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte der Patient in die stabile Seitenlage gebracht sowie die Atmung und der Herzschlag regelmäßig geprüft werden.

Vorbeugung:
- in der Sonne eine geeignete Kopfbedeckung tragen. Dies gilt besonders für Kinder.
- zu lange Sonnenbäder vermeiden.
- beim Schwitzen immer für ausreichend Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sorgen (sehr viel trinken).
- ungewohnte körperliche Anstrengung in der Hitze vermeiden.
- keine anstrengenden Sportarten in der Mittagshitze ausüben.


12. Der Hitzschlag

Der Hitzschlag beruht auf einem Wärmestau im Körper. Im Normalfall reguliert der Körper seine Wärmehaushalt automatisch über die Schweißdrüsen. Schwitzen ist also nichts, wofür man sich schämen sollte, sondern eine natürliche Möglichkeit, die Körpertemperatur zu senken. Speziell bei übermäßiger körperlicher Anstrengung in feucht-heißer Witterung und unzweckmäßiger Kleidung, stellt der Körper die Schweißproduktion ein. Somit kann nicht mehr genug Wärme nach außen abgegeben werden und es kommt zu einem Wärmestau. Die Körpertemperatur steigt stark an. Bei über 41 Grad können die Innenwände der Blutgefäße geschädigt werden. Bewußtlosigkeit und schwere Gerinnungsstörungen mit lebensbedrohlichem Schockzustand können die Folge sein.

Wer ist besonders gefährdet?
- Personen, die sich über einen längeren Zeitraum der Hitze aussetzen, z.B. Sportler
- Personen, die unter Durchblutungsstörungen leiden, z.B. Diabetiker
- Personen mit verminderter Schweißproduktion
- Übergewichtige
- Neugeborene und Kleinkinder, da ihre Schweißdrüsen noch nicht vollständig ausgebildet sind und sie daher nicht genug Schweiß produzieren können

Wie erkennt man einen Hitzschlag?
- Stark erhöhte Körpertemperatur (bis zu 43 Grad)
- heiße, trockene, rote Haut
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Erbrechen
- schnelle Atmung und beschleunigter Herzschlag
- in manchen Fällen Bewusstlosigkeit und Krämpfe

Wie wird ein Hitzschlag behandelt?
- Der Betroffenen sollte an einen kühlen Ort gebracht und mit erhöhtem Oberkörper in halb sitzender Position gelagert werden.
- Die Körpertemperatur muss langsam gesenkt werden. Hierzu wird die Kleidung geöffnet und der Körper mit feuchten Tüchern gekühlt.
- Zusätzliches Luftfächeln lässt die Feuchtigkeit schneller verdunsten und unterstützt die Abkühlung. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, können zusätzlich kalte Getränke (niemals Alkohol) verabreicht werden. Unter keinen Umständen sollte der Betroffene in eine Wanne mit kaltem Wasser gelegt werden. Der große Temperaturunterschied zwischen Körper und Wasser kann den ohnehin schon überlasteten Kreislauf kollabieren lassen, mit lebensbedrohlichen Folgen. 
- Bei Bewusstlosigkeit sollte der Betroffene in der stabilen Seitenlage gelagert werden. Sofort den Rettungsdienst rufen.


13. Der Hitzekollaps

Der Hitzekollaps, oder auch Hitzeerschöpfung genannt, tritt häufig bei körperlicher Anstrengung an schwül-heißen Tagen auf. Um seinen Wärmehaushalt zu regulieren, beginnt der Körper zu schwitzen und scheidet über die Schweißdrüsen nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralsalze (Elektrolyte) aus. Wird der Mangel nicht durch mineralhaltige Getränke ausgeglichen, trocknet der Körper aus. Gleichzeitig kommt es dden Anstieg der Körpertemperatur durch die körperliche Belastung zu einer allgemeinen Gefäßerweiterungmit Blutdruckabfall. Es erreicht nicht mehr genug Blut das Gehirn, und eine Ohnmachtist die Folge. Der Wärmehaushalt des Körpers bleibt jedoch erhalten.

Die wichtigsten Symptome sind:
- Schwächegefühl
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Haut zuerst gerötet, dann blass
- Kalter Schweiß
- beschleunigter Puls

Wie wird ein Hitzekollaps behandelt?
- Der Betroffenen sollte an einen kühlen, schattigen Ort gebracht.
- Schocklagerung: Im Gegensatz zum Hitzschlag wird der Oberkörper flach gelagert und die Beine durch Unterschieben geeigneter Gegenstände hoch gelegt. Ziel ist es,  durch einen verstärkten Rückfluß von Blut aus den Beinen und aus dem Bauchraum zum Herzen eine verbesserte Durchblutung lebenswichtiger Organe zu erreichen. Ist der Betroffene ohne Bewusstsein, sollte die Schocklage mit der stabilen Seitenlage (LINK) kombiniert werden. Sofort einen Arzt rufen.
- Frische Luft zufächeln
- Flüssigkeitszufuhr mit mineralhaltigen Getränken


14. Hitzekrämpfe

Durch starkes Schwitzen verliert der Körper nicht nur viel Wasser, sondern auch wichtige Mineralien. Werden diese nicht durch mineralreiche Getränke wieder ergänzt, kann es zu Hitzekrämpfen kommen. Die Symptome sind schmerzhafte Krämpfe in der belasteten Muskulatur bei normaler Körpertemperatur.