14 Gebote nicht nur für Wanderer Das Wandern erlebt in den letzten Jahren quer durch alle Alters- und Einkommensklassen einen regelrechten Boom. Kein Wunder, ist es doch die ursprünglichste und natürlichste Fortbewegungsart des Menschen. Wandern vermittelt ein ungeahntes Freiheitsgefühl, ist sehr gesundheitsfördernd und ganz nebenbei auch noch die umweltverträglichste Form, das Leben in der Natur zu genießen. Doch das ist leider nur eine Seite der Medaille, denn wenn viele Menschen sich in einem Gebiet aufhalten, steigt auch die Belastung für die Umwelt stark an. Mit den goldenen Regeln des Wanderns können Sie mithelfen, diese negativen Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren.
1. Wandern ohne Auto Die größte Umweltbelastung beim Wandern entsteht in der Regel durch die Nutzung des Autos als Transportmittel. Natürlich lassen sich viele Wandergebiete ohne Fahrzeug nur schwer erreichen, aber es erscheint trotzdem irgendwie widersinnig, dass man erst die Luft mit Schadstoffen belasten muss, um die reine Natur zu genießen. Versuchen Sie doch einmal, ob das Traumwanderziel nicht auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Für Fahrpläne und sonstige Informationen für eine umweltfreundliche Anreise stehen Ihnen die örtlichen Tourismusbüros gerne zur Verfügung.
2. Wandern mit Auto Sollte die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich, oder gar unmöglich sein, versuchen Sie Fahrgemeinschaften zu bilden. Das ist nicht nur billiger, sondern auch umweltfreundlicher.
3. Parkplätze nutzen Nutzen Sie bitte die ausgewiesenen Wanderparkplätze. Sollten Sie auf privaten Grund ausweichen müssen, schadet es nicht, den Besitzer vorher um Erlaubnis zu fragen. Das erspart im schlimmsten Fall die teuren Abschleppkosten. Nicht auf Wiesen oder Feldern zu parken, ist selbstverständlich.
4. Wege benutzen
Bleiben Sie bitte stets auf den markierten Wegen, vor allem wenn Sie durch empfindliche Naturschutzgebiete wandern. So läuft es sich deutlich bequemer und schont ganz nebenbei auch die Tier- und Pflanzenwelt.
5. Abkürzungen vermeiden Wenn Einer eine kleine Abkürzung nimmt, fällt das niemandem auf, wenn Tausende sie nehmen, entsteht ein neuer Weg. Und das kann beträchtliche ökologische Auswirkungen haben: an steilen Hängen verursacht eine leichte Verletzung der Grasnarbe erst eine Erosionsrinne und schließlich eine großflächige Bodenzerstörung. Um die Schäden einzugrenzen, sind dann teure Sanierungsmaßnahmen nötig.
6. Wegegebot in geschützten Gebieten Bitte beachten Sie die Betretensverbote in geschützten Gebieten. Sie wurden speziell dort eingerichtet, wo sich besonders empfindliche Vegetationskomplexe (z.B. Moore, seltene Wiesentypen) befinden, oder wo sich bedrohte Tierarten aufhalten. Helfen Sie mit, die Schönheit der Natur zu bewahren.
7. Abseits der Wege – bitte nur ausnahmsweise Sollten Sie doch einmal aus einem wichtigen Grund den Weg verlassen müssen, dann tun sie das bitte nur außerhalb von Schutzgebieten. Ein Wanderer, der durch das Unterholz bricht, kann bei den Wildtieren erhebliche Unruhe verursachen. Dies gilt im speziellen währen der Brut- und Aufzuchtzeit. Und ganz nebenbei: einer Wildsau, die ihren Nachwuchs verteidigen will, muss man nicht unbedingt begegnen.
8. Tiere beobachten Mit etwas Glück werden Sie auf Ihrer Wanderung Tieren in freier Wildbahn begegnen. Schrecken Sie sie bitte nicht auf und versuchen Sie nicht sie zu berühren. Das süße kleine Rehkitz, das nach Mensch riecht, wird wahrscheinlich von seiner Mutter verstoßen und jämmerlich verhungern. Von der Tollwutgefahr einmal ganz abgesehen. Außerdem macht es viel mehr Freude, Wildtiere, die sich ungestört fühlen, aus einem gebührenden Abstand mit einem Fernglas in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
9. Sammeln und Pflücken mit Bedacht Bitte nehmen Sie nur Pflanzen mit, wenn Sie hundertprozentig sicher sind, dass sie nicht unter Naturschutz stehen. Sie machen sich sonst nicht nur strafbar, sondern zerstören auch die Schönheit, die Sie selbst erfreut. Bei nicht geschützten Pflanzen gilt das gleiche Prinzip wie bei dem Punkt „Abkürzungen vermeiden“: wenn einer eine Blume pflückt, fällt das niemandem auf, wenn es Tausende tun, ist die Pracht dahin. Deshalb sollte man Pflanzen besser fotografieren, als sie zu pflücken. Das ist ein aktiver Beitrag zum Artenschutz, und auch die nachfolgenden Wanderer können sich noch an ihnen erfreuen.
10. Müll vermeiden – Müll mitnehmen Der beste Müll ist natürlich immer der, der gar nicht erst entsteht. Achten Sie deshalb darauf, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Da jeder Wanderer auch ein Naturliebhaber ist, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden, dass man seinen Müll selbstverständlich immer mit nimmt. In den Bergen gilt dies auch für organische Abfälle, denn was in den wärmeren Niederungen in Windeseile verrottet, erhält sich in der kalten Bergluft noch lange Zeit. Hinterlassen Sie in der Natur nur Ihre Fußspuren und nehmen Sie nichts mit, außer Ihren Eindrücken.
11. Rauchen und offenes Feuer Ein Waldbrand ist die schlimmste Katastrophe für den Wald und seine Bewohner. Vielerorts ist deshalb das Rauchen, Feuermachen und Grillen außerhalb von ausgewiesenen Grillplätzen in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober strengstens untersagt. Bitte halten Sie sich daran.
12. Wandern mit Hund Wenn Sie mit einem Hund unterwegs sind, achten Sie bitte im Interesse der Wildtiere darauf, ihn in der Dämmerungszeit und in Schutzgebieten an die Leine zu nehmen. Auch ein gut erzogener Hund kann seinem angeborenen Jagdinstinkt nicht immer widerstehen. Först er und Jagdpächter mögen frei laufende Hunde überhaupt nicht. Vorsicht ist auch bei Viehweiden geboten. Vor allem Muttertiere können auf Hunde sehr aggressiv reagieren, weil sie ihren Nachwuchs verteidigen wollen.
13. Weidegatter immer schließen Ein offenes Weidegatter ärgert nicht nur den Bauern, sondern kann auch die Weidetiere in ernste Gefahr bringen. Achten Sie also immer darauf, dass die Gatter wieder geschlossen sind.
14. Gegenseitige Rücksicht Als Wanderer teilen Sie sich viele Wege mit Fahrradfahrern, Reitern und anderen Naturfreunden. Dies gilt besonders zu Stoßzeiten, etwa an Wochenenden, oder an Feiertagen. Auch wenn Sie als „schwächerer Verkehrsteilnehmer“ stets Vorrang haben, pochen Sie nicht immer auf ihr Recht. Das erzeugt nur zusätzlichen Ärger und Sie sind schließlich auch gerade deshalb unterwegs, weil Sie Körper und Geist etwas Gutes tun wollen. Sollte es dennoch einmal zu einer Konfliktsituation kommen, behandeln Sie Ihr Gegenüber so höflich und respektvoll, wie Sie selbst behandelt werden wollen. Erfahrungsgemäß lassen sich Probleme so am schnellsten bereinigen. Bild 1: Umweltwandersymbol, N. Bayer © belvento; Bild 2: Wanderparkplatz, N. Bayer © belvento; Bild 3: Wanderschild, Albrecht E. Arnold © pixelio; Bild 4: Reh, querschnitt © pixelio. |