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15 Gebote für umweltverträgliches Wasserwandern

EntenDas Wasserwandern mit dem Kanu oder einem Ruderboot ist ein ursprüngliches, naturnahes Freizeitvergnügen mit hohem Naturerlebnisfaktor, dem in Deutschland geschätzte 1,2 bis 1,4 Millionen Menschen nachgehen. Kein Wunder, denn mit über 10.000 Kilometern Bundes- und Landeswasserstraßen, einer Küstenlinie von 2389 km von der Nord- bis zur Ostsee und unzähligen stillen Seen, ruhigen Flüssen und historischen Kanälen bietet Deutschland dafür hervorragende Voraussetzungen. Doch leider bedeuten viele Menschen immer auch eine hohe Belastung für die Umwelt. Deshalb sollten Kanufahrer und Kanufahrerinnen alles daran setzen, diese so gering wie nur möglich zu halten. Um den empfindlichen Naturhaushalt nicht durch unbeabsichtigte Störungen übermäßig zu strapazieren, haben der Deutsche Kanu-Verband (DKV: www.kanu.de) und die Bundesvereinigung Kanutouristik e.V. (BKT: www.kanutouristik.de) einige Ratschläge zusammengestellt.

1. Störungen der Pflanzen- und Tierwelt vermeiden
Vermeiden Sie bitte alles, was Tiere stören oder auch nur beunruhigen könnte. Alle Feuchtgebiete sind von besonderer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht der Natur. EntenFlachwasserbereiche, Uferzonen, sowie angrenzendes Umland sind Brut- und Aufzuchtgebiete für viele Tiere und insbesondere für Wasservögel, deren Brutzeit sich von April bis Juli erstreckt. Halten Sie möglichst großen Abstand von Nestern und Nachwuchs führenden Wasservögeln. Beobachten Sie Tiere lieber aus der Entfernung, anstatt sie mit zu geringer Beobachtungsdistanz zu verjagen. Sind Sie mit mehreren Booten unterwegs und müssen Sie ein Nest oder eine Vogelfamilie passieren, fahren Sie bitte weiträumig und zügig vorbei. Halten Sie die Boote eng zusammen, um die Störung möglichst kurz zu halten.

2. Schutzgebiete achten
Informieren Sie sich bitte vor Beginn der Fahrt, ob Ihr Weg durch ein Schutzgebiet führt. In vielen Bereichen unseres Landes sind Schutzgebiete ausgewiesen. Hier gelten besondere Bestimmungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt. In manchen Schutzgebieten ist das Befahren der Gewässer verboten (siehe auch Befahrungsregelungen). Die Beschilderung der Schutzgebiete ist vom Wasser aus nicht immer zu sehen. Informationsträger sind unter anderem der DKV, der BKT und die Landesämter für Naturschutz. Schuldhafte Verstöße gegen Fahr- und Betretungsverbote hat der Gesetzgeber mit empfindlichen Bußgeldern belegt.

3. Umweltverschmutzungen melden
Bitte melden Sie Umweltverschmutzungen. Achten Sie besonders auf stinkende Schmutzwassereinleitungen, Ölfilme und wilde Müllkippen an und in der Nähe von Gewässern. Rechtzeitige Anzeige kann ein Gewässer vor schweren Schäden retten. Zuständig sind die örtlichen Polizei- und Umweltbehörden.

4. Im Voraus informieren
WandernInformieren Sie sich vor der Fahrt bitte über das Gewässer, das Sie befahren wollen. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein, nicht nur aus Umweltschutz- sondern auch aus Sicherheitsgründen. Alle notwendigen Informationen erhalten Sie aus den DKV-Flußführern und dem aktuellen DKV-Sportprogramm. Natürlich enthalten diese Web-Seiten auch zahlreiche Informationen, (z.B. Befahrungsregelungen oder Mindestpegel).

5. Übernutzung vermeiden.
Wenn Sie bereits am Start erkennen, dass das Gewässer hoffnungslos übernutzt ist, dann sollten Sie auf die Befahrung des Gewässers verzichten. Eigenes Fehlverhalten kann nicht damit entschuldigt werden, dass andere die Natur noch stärker belasten.

6. Je kleiner der Fluss desto, wichtiger das Können
Kleine Gewässer verlangen eine besonders gute Fahrtechnik. Kleinflüsse sollten nur in kleinen Gruppen mit kleinen Booten befahren werden. Als Faustregel gilt: Alle Boote müssen ohne Grundberührung und Uferkontakt auf der Stelle wenden können.

7. Wassertiefe prüfen
Überprüfen Sie bitte vor Ort am Gewässer, ob der Wasserstand für Ihre Paddeltour wirklich ausreicht. Bei zu geringem Wasserstand können Tiere und Pflanzen im Flussbett unbemerkt geschädigt werden. Insbesondere kann der Fischlaich dann ersticken. Nach regenarmen Zeiten sind viele Gewässer nicht mehr befahrbar. Weichen Sie bitte in einem solchen Fall auf einen größeren Fluss in der Nähe aus.

8. Schonende Anreise
Denken Sie schon bei der Anfahrt an die Umwelt. Bilden Sie Fahrgemeinschaften. Stellen Sie Ihren PKW bitte auf öffentlichen Parkplätzen und nicht auf Privat- oder Forstwegen oder sogar Gaststättenparkplätzen ab. Ist letzteres unumgänglich, dann fragen Sie bitte um Erlaubnis.

9. Uferschäden vermeiden
Bitte vermeiden Sie Uferbeschädigungen beim einsetzen der Boote. Starten Sie Ihre Paddeltour nur von Ufern, an denen keine Schäden verursacht werden können. Nutzen Sie zum Einsetzen und Anlanden der Boote bitte nur die dafür vorgesehenen Plätze. Starten Sie bitte nicht, indem Sie mit Ihrem Boot die Uferböschung hinunterrutschen, denn dies zerstört nur das Ufer.

10. Flachwasser- und Schilfzonen umfahren
WandernAlle Flachwasser- und Schilfzonen bitte weiträumig umfahren. Sie stehen unter besonderem Schutz. Es sind wertvolle Laich- und Brutgebiete für Fische und Vögel und Standorte seltener Wasserpflanzen.

11. Lärm stört
Genießen Sie die Stille und Einsamkeit. Stören Sie nicht andere Leute, die wie Sie die Ruhe suchen. Vermeiden Sie Lärm und lautes Rufen. Sorgen Sie durch umsichtiges Verhalten dafür, dass alle Gäste ihren Besuch auf und an dem Gewässer genießen können.

12. Rastplätze nutzen
Rasten und Lagern zur kurzen Erholung ist nur an Plätzen möglich, an denen das Ufer nicht beschädigt werden kann. Am besten Sie nutzen auch für die kleinen Pausen zwischendurch nur ausgewiese Rastplätze.

13. Nicht Wildcampen
Das wilde Zelten ist in Deutschland fast überall verboten. Besonders gekennzeichnete Rast- und Lagerplätze für Wasserwanderer sind davon ausgenommen. In den Flussführern sind die besten Übernachtungsmöglichkeiten beschrieben.

14. Müll mitnehmen
WandernBitte nehmen Sie ihren Müll wieder mit und lassen Sie ihn keinesfalls an ihren Rast- oder Lagerplätzen liegen. Auch organischer Müll ist nicht immer so unproblematisch, wie er auf den ersten Blick erscheint. Hinterlassen Sie bitte den Naturerholungsraum Fluss/See immer so, wie Sie ihn anzutreffen wünschen. Wer paddelt schon gerne durch Müllberge?!

15. Boote vorsichtig umtragen
Nehmen Sie beim Umtragen besondere Rücksicht auf Uferbefestigungen und Zäune. Umtragen an Stauanlagen ist nicht immer gestattet. Mancherorts wird es nur stillschweigend geduldet. Notfalls müssen Sie ihr Boot und die Ausrüstung über eine längere Strecke tragen.


Bild 1: Umweltkanusymbol, N. Bayer © belvento; Bild 2: Kleine Enten, Jürgen Treiber © pixelio; Bild 3: Kanuten, Rainer Sturm © pixelio; Bild 4/5: Biber+Schuh, Matthias Balzer © pixelio.