10 Gebote für das verantwortungsvolle und umweltbewußte Reiten im Gelände Dichte Nebelschwaden hängen zwischen den Bäumen. Langsam setzt sich die Sonne durch und malt dabei feine Strahlen auf den Waldboden. Die Luft duftet angenehm würzig nach den vielfältigen Aromen des Waldes. Kaum ein Freizeitsport, fühlt sich der Natur so verbunden und ist gleichzeitig so von ihr abhängig, wie das Aus- und Wanderreiten. Gerade deshalb kommt dem Reiter beim Schutz der Natur eine besondere Bedeutung zu. Respekt vor der Pflanzen- und Tierwelt, den besonders geschützten Gebieten, aber auch den anderen Naturnutzern gegenüber, sind für Wanderreiter daher selbstverständlich. Die nachfolgenden 10 Gebote für das verantwortungsvolle und umweltbewußte Reiten im Gelände zeigen, das Naturschutz und Freizeitreiten sich nicht ausschließen, sondern bestens miteinander harmonieren: 1. Auslauf und Training Das Pferd braucht täglich ausreichend Bewegung unter dem Sattel und möglichst auch auf Weide oder Paddock. Gewöhnen Sie ihr Pferd behutsam an den Straßenverkehr und das Gelände.
2. Sicherheit geht vor Ausritte mit Freunden oder in der Gruppe machen mehr Spaß und sind sicherer! Für den optimalen Schutz sollte Sie beim Ausritt nie auf den bruch- und splittersicheren Reithelm mit Drei- bzw. Vierpunktbefestigung verzichten. Sowohl Pferd und Reiter benötigen ausreichenden Versicherungsschutz. Kontrollieren Sie bitte täglich den verkehrssicheren Zustand von Zaumzeug und Sattel.
3. Im Voraus planen
Der verantwortungsvolle Reiter informiert sich vor dem Ausritt über die gesetzlichen Regelungen für das Reiten in Feld und Wald der Reitregion.
4. Tempo anpassen Passen Sie bitte ihr Tempo immer die landschaftlichen Gegebenheiten und die herrschenden Sichtverhältnissen an. Defensives Verkehrsverhalten ist ein wichtiger Grundsatz. Bei Begegnung mit anderen bitte immer SCHRITT reiten, denn Sicherheit ist oberstes Gebot, und die ist im Schritt am größten. Gegebenenfalls ist Absteigen oder Anhalten ratsam.
5. Dämmerung meiden In der Dämmerung sollte nicht geritten werden. Aus den Lichtverhältnissen ergibt sich in der Regel mangelndes Erkennen für alle Beteiligten. Dies gilt nicht nur im Verkehr, also in der Begegnung mit anderen, sondern auch in der Landschaft. Gerade das Wild, und damit auch der Jäger, ist in der Dämmerung aktiv. Daraus entstehen Gefahren, die Sie besser meiden sollten.
6. Umweltschäden vermeiden Achten Sie bitte darauf, dass Sie Umweltschäden und -verschmutzungen vermeiden. Dazu gehört, die Landschaft nicht zu zerreiten und auch keinen Abfall zu hinterlassen.
7. Wege nutzen Reiten Sie bitte nur auf zugelassenen Wegen und Straßen, niemals querfeldein. Ausgewiesene Fuß-, Wander- und Radwege, Grabenböschungen und Biotope müssen gemieden werden.
8. Wege schonen - zu allen Jahreszeiten Die Wege sollten schonend beritten werden. Auf Wegen, die Schaden nehmen könnten, sollten Sie in der Mitte oder an/auf der Bankette reiten. Verkehrsfahrspuren und ausgetretene oder enge Wanderwege bleiben pferdetrittfrei. Die Wegenutzung muss der Jahreszeit angepasst werden. Sind die Wege nach anhaltenden Regenfällen weich geworden, reicht meist schon einmaliges Reiten, um dauerhafte Schäden zu verursachen. Als umweltbewußte Reiter sollten Sie dann lieber auf einen Ausritt verzichten , oder notfalls Umwege in Kauf nehmen.
9. Schäden melden Schäden, die trotz umsichtigen und vorausschauenden Handels immer wieder entstehen können, sollten umgehend gemeldet und der Schadensersatz entsprechend geregelt werden.
10. Rücksicht nehmen - Respekt erweisen Rücksicht auf Mensch und Tier hat Vorrang. In der freien Landschaft werden Sie immer wieder Menschen und Tieren begegnen. Auf den Wegen sind dies Fahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer oder Haustiere. In Wald und Flur lebt das Wild. Rücksicht, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft sind der beste Weg, Probleme zu vermeiden. Und wenn es doch einmal zu Konflikten kommen sollte, sitzt der höfliche Reiter ab und begegnet seinem Gegenüber stets freundlich und respektvoll. Das vermeidet die Position "von oben herab", denn zwischenmenschlich ist es wichtig, auf gleicher Ebene zu stehen. Wer seine Rechte und Pflichten kennt, kann sachlich und freundlich argumentieren und informieren.
Quelle: www.pferd-aktuell.de Bild 1: Umweltreitersymbol, N. Bayer © belvento; Bild 2: Wandereiten, Rainer Sturm © pixelio. |