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Mobil im Urlaub – am besten ohne Auto oder Flugzeug

Wandern Endlose Sandstrände, geheimnisvolle Moore, idyllische Flusslandschaften, die klare Luft der Alpen: selten genießen wir die Schönheiten, die uns umgeben, so intensiv, wie im Urlaub. Auch immer mehr Ferienregionen, Hotels und Reiseveranstalter erkennen den unschätzbaren Wert einer intakten Natur. Ökologische Belange bei der Organisation und Durchführung von Reisen finden verstärkt Beachtung, und die Idee eines umweltschonenden, nachhaltigen Tourismus setzt sich zunehmend durch.
Geht es jedoch um die Wahl des Transportmittels für die An- und Abreise, sowie für die Mobilität am Urlaubsort, bevorzugen drei von vier Deutschen nach wie vor das Auto, nur gut jeder Zwanzigste wählt die Bahn. Und das, obwohl der motorisierte Verkehr in Deutschland die zweitgrößte Quelle des Treibhausgases CO2 ist. Fast die Hälfte der Jahresemission von 150 Millionen Tonnen CO2 entfällt dabei auf den privaten Urlaubs- und Freizeitverkehr. Dazu kommen noch Unmengen an Stickoxiden, Feinstäuben und der alljährliche Anstieg der Ozonwerte im Sommer.
Angesichts der auch in unseren Breitengraden immer stärker spürbaren Auswirkungen des globalen Klimawandels lohnt es sich, über Alternativen zum Auto nachzudenken. Vor allem, weil dem Erholungssuchenden ohne Auto in Deutschland und den angrenzenden Nachbarstaaten gute Voraussetzungen für einen attraktiven Urlaub geboten werden. Die Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaften ist groß: von den wildromantischen Küsten der Nord- und Ostsee, den Mittelgebirgen, unzähligen Flüssen und Binnenseen, den landschaftlichen Perlen der Vulkaneifel oder dem Elbsandsteingebirge, bis hin zu den majestätischen Alpen, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Segler, Surfer, Taucher, Radfahrer, Wanderer, Kanufahrer, Kletterer, Bergsteiger, Drachen- und Gleitschirmflieger, Gourmets, kreative Köpfe, Kulturinteressierte oder einfach nur Erholungssuchende finden ideale Bedingungen vor. Daneben stellen viele Reiseagenturen und Ausleihstationen die nötige Ausrüstung direkt vor Ort zur Verfügung, so dass das lästige Packen, Verstauen und Tragen entfällt.
Nahezu alle Ferienregionen sind schnell und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Zudem bieten immer mehr Regionen Gäste- oder Mobilitätskarten an, um im Urlaub nicht nur komfortabel, sondern auch umweltschonend mobil zu sein. Damit ist die Benutzung von Bus und Bahn im Einzugsgebiet kostenlos und der Eintritt in vielen Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen ermäßigt oder ebenfalls kostenlos.
Urlaub ohne das eigene Auto bedeutet also keinesfalls, einen Verzicht auf Freiheit und Mobilität. Reiselust und Umweltschutz lassen sich ohne Einschränkungen oder Minderung der Lebensqualität hervorragend miteinander verbinden.


Gute Gründe für eine Bahnreise

● Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel der Welt.
● Zugfahren entspannt: gemütlich ein Buch lesen, sich nochmal in die Reiseliteratur vertiefen oder einfach nur bei einer DVD gemütlich wegdämmern, alles kein Problem.
● Weder Staus, noch Berufsverkehr oder die ewigen Überholmanöver der LKW`s zerren auf dem Weg in den verdienten Urlaub an den Nerven.
● Unbeschwerter Landschaftsgenuss: wer einmal auf der Rheinstrecke die Loreley bewundert hat, oder durch das Altmühltal gefahren ist, der weiß, es gibt wunderschöne Bahnstrecken.
● Für Kinder ist eine Bahnfahrt immer ein spannendes Erlebnis: es gibt viel zu sehen, mehr Platz garantiert ausreichend Bewegungsfreiheit, und die nächste Toilette ist auch nicht weit.
● In viele Ferienregionen gibt es Nachtzugverbindungen. Wer über Nacht reist, gewinnt einen ganzen Urlaubstag hinzu und erreicht sein Ziel trotzdem ausgeruht.
● Die Fahrt mit dem Zug ist oft schneller, als mit dem Auto: der ICE schafft beispielsweise die Strecke Köln – Berlin in 4,5 Stunden, zu jeder Tageszeit.
● Bahnfahren ist günstiger als angenommen: hohe Benzinpreise oder Autopannen mit horrenden Reparaturkosten braucht ein Zugreisender nicht zu fürchten.
● Die Bahn ist umweltschonend: jede Fahrt mit dem Zug spart im Vergleich zum Auto etwa zwei Drittel des für die Klimaerwärmung hauptverantwortlichen Treibhausgases CO2.

Gute Gründe gegen eine Anreise mit dem Auto

Das Auto ist nach wie vor der Deutschen liebstes Kind. Knapp 75 % nutzen es für die Fahrt in den Urlaub und nur 6 % nehmen die Bahn. Das eigene Auto steht für Freiheit und maximale Flexibilität. Zug fahren dagegen gilt als teuer und von den vielen Verspätungen hat jeder schon gehört. Wer jedoch seine Urlaubsreise im Hochsommer mit einem mehrstündigen Stau beginnt, während auf dem Rücksitz die Kinder quengeln, gerät schnell an die Grenzen der psychischen Belastbarkeit. Und auch was die Kosten anbelangt,  richtig gerechnet schneidet das Auto deutlich teurer ab, als es auf den ersten Blick erscheint. So kostet eine einfache Zugfahrt von München nach Hamburg für eine vierköpfige Familie (Kinder bis 14 Jahre) ohne jegliche Ermäßigung 244 Euro (Stand 4.12.2008). Mit diversen Sparangeboten lässt sich dieser Preis aber noch deutlich senken. Legt man für die gleiche Strecke mit dem Auto die stark optimistischen 30 Cent pro Kilometer zugrunde kommt man bei knapp 800 Autokilometern auch schon fast auf 240 Euro. Der ADAC geht bei einem Mittelklassewagen aber von tatsächlichen Kosten, also inklusive Verbrauch, Verschleiß, Reparaturen, Steuer, Versicherung, Wertverlust und Rücklagen für eine Neuanschaffung usw., von realistischen 55 Cent pro Kilometer aus. Damit lägen die Fahrtkosten schon bei 440 Euro. Es gibt also nicht nur ökologische Gründe, das Auto öfter mal stehen zu lassen, sondern auch ökonomische. Wer es genauer wissen möchte, der kann sich mit dem Umwelt- und Mobilcheck der Bahn (www.bahn.de/umweltmobilcheck) die individuellen Fahrtkosten und den potentiellen Schadstoffausstoß für jedes Reiseziel berechnen. Die Datengrundlagen stammen übrigens nicht von der Bahn, sondern vom Umweltbundesamt und dem Heidelberger Institut für Energie und Umweltforschung (IFEU).
 

Noch mehr gute Gründe gegen eine Anreise mit dem Flugzeug

Natürlich lassen sich nicht alle Flüge vermeiden. Müsste man für eine Reise nach Neuseeland wie früher ein Schiff besteigen, wäre der Jahresurlaub fast aufgebraucht, bevor das Traumziel erreicht ist. Wer aber Urlaub innerhalb Deutschlands oder den angrenzenden Nachbarländer macht, sollte sich schon überlegen, ob es zum Flugzeug keine brauchbare Alternative gibt. Zwar sind moderne Verkehrsflugzeuge deutlich sparsamer, als noch vor wenigen Jahren und die Fluggesellschaften werben gerne damit, dass pro Passagier bei voller Auslastung nur noch 3 bis 4 Liter Kerosin auf 100 Kilometern verbraucht werden. Aber das wirkt nur auf den ersten Blick sehr sparsam. Denn entscheidend ist nicht nur, wie viel klimaschädigende Abgase entstehen, sondern auch, wo sie entstehen. Die Verbrennung von Kerosin erzeugt neben Kohlendioxid (CO2) auch noch Wasserdampf, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Ruß, auf die die Atmosphäre in den höheren Luftschichten besonders empfindlich reagiert. Durch den vermeintlich harmlosen Wasserdampf werden zum Beispiel Kondensstreifen verursacht, die das regionale Klima beeinflussen und zusätzlich die globale Erwärmung antreiben. Nach Einschätzung des IPCC (Intergovernmetal Panel on Climate Change, kurz: Weltklimarat) erzeugen deshalb in großer Höhe ausgestoßene Flugzeugabgase eine zwei- bis viermal stärkere Treibhauswirkung, als die gleiche Menge am Boden abgegebener Schadstoffe. Somit entsprechen 3 bis 4 Litern Kerosin in Flüghöhe verbrannt im günstigsten Fall 6 bis 8 Litern am Boden, im ungünstigsten Fall sogar 12 bis 16 Litern. Das gilt natürlich pro Person und nur für die sparsamsten Flugzeugtypen bei maximaler Auslastung. Fliegen ist die am Abstand klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen. Wer dennoch nicht auf das Flugzeug verzichten kann oder will, für den bietet atmosfair (www.atmosfair.de) die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.